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Axel Berg
 Dr. Axel Berg
Ihr Bundestagsabgeordneter für den Münchner Norden
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München - Transrapid

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Liebe Münchnerinnen und Münchner,

mehr als sieben Jahren habe ich dafür gekämpft, dass der Transrapid nicht durch den Münchner Norden gebaut wird. Als Wirtschaftspolitiker konzentriere ich mich darauf, die Verschwendung von Steuergeldern zu verhindern und mich für wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvolle Projekte einzusetzen.

Der Transrapid in München ist aber in keinerlei Hinsicht sinnvoll gewesen:

Verkehrspolitisch nicht, da er ein Langstreckenverkehrsmittel ist, das als Alternative zum Flugzeug für Städteverbindungen gedacht war. Als städtische Flughafenanbindung, also quasi Alternative zur S-Bahn, war sein Einsatz aus gutem Grund bisher nie geplant. Zusätzlich ist für rund zwei Drittel der potentiellen Transrapid-Nutzer, den Originär-Passagieren, die Anreise bis München Hauptbahnhof mit Fern- oder Regionalzügen und somit auch die Benutzung des Transrapids alles andere als optimal, wenn der Beginn der Reise weiter als zehn Minuten vom Hauptbahnhof entfernt ist, also z.B. in Niederbayern, Oberpfalz, Tirol oder Salzburg liegt und somit die Fahrt über den Münchner Hauptbahnhof ein unnötiger und zeitraubender Umweg wäre. Ein Ersatz für die fehlende Fernbahn-Anbindung ist der Transrapid also mitnichten gewesen.

Auch umweltpolitisch hat er auf der Münchner Strecke nie einen Sinn ergeben, da er auf dieser viel zu kurzen Strecke im Vergleich zu einer herkömmlichen S-Bahn einen mehr als drei Mal höheren Energieverbrauch hat. Da bleibt am Ende keine gute Ökobilanz übrig!

Und selbst wirtschafts- bzw. industriepolitisch eignete sich die Münchner Strecke entgegen aller Behauptungen überhaupt nicht. Zum einen ist sie mit knapp 38 Kilometern zu kurz, so dass der Transrapid seine Höchstgeschwindigkeit bei weitem nicht erreichen kann. Zum anderen hat die Strecke auch keine Besonderheiten, bei denen der Transrapid seine Vorzüge aufgrund der Schwebetechnik vorführen könnte: Es gibt weder extreme Steigungen oder Gefälle, keinen besonders steinigen, sandigen oder in irgendeiner Weise auffälligen Untergrund.

Warum hätte man also um jeden Preis Millionen Steuergelder in ein reines Prestigeprojekt stecken sollen? Das wäre wirklich unverantwortlich gewesen! Das haben wir von Beginn der Planungen an schon so vertreten. Und wir haben Recht behalten.

Der Freistaat hat bis zum Ende behauptet, dass die Investition „lediglich“ 1,85 Milliarden Euro (also 1.850.000.000 Euro) betragen würde. Belegen konnte er dies nie und ich war mir immer sicher, dass das nicht ausreicht. "Mit 2,2 Milliarden Euro können wir sicher rechnen, vielleicht werden es sogar bis zu 3 oder 4 Milliarden." Mit diesen Zahlen haben wir bereits seit längerem gerechnet. Der Bund hat zwar am Ende 925 Millionen Euro fest zugesagt. Doch keinen einzigen Cent mehr, dass war in Berlin immer Konsens. Bayern hat seinen Anteil auf 475 Millionen Euro aufgestockt. Doch das reichte alles bei weitem nicht aus! Wo der Rest der Finanzierung herkommen soll, war nach wie vor unklar.

Auch von den späteren Betriebskosten wurde kaum geredet. Meine Prognose war stets: Der Staat wird permanent Millionen zuschießen müssen, sonst wird der Transrapid zur Industrieruine. Mich störte seit jeher auch der planwirtschaftliche Charakter dieses Projektes, da kein einziges privates Unternehmen bereit war, zu investieren, also unternehmerisches Risiko zu übernehmen. Stattdessen sollten sämtliche Kosten vom Staat, also von uns allen getragen werden.

Die verkehrstechnisch sinnvollere und mit ca. einem Drittel der Kosten erheblich preiswertere Alternative zum Transrapid wäre eine leistungsfähige Express-S-Bahn. Diese Alternative wurde von der Stadt München erarbeitet und durchgerechnet. Doch der Freistaat hat diese Möglichkeit nicht einmal prüfen lassen! Jetzt wird es höchste Zeit, dass  Finanzminister Huber und Wirtschaftsministerin Müller sich für eine sinnvolle Alternative, nämlich die Express-S-Bahn, wie von der Landeshauptstadt favorisiert, einsetzen. Entgegen aller Märchen, kann Bayern auch dafür Bundesmittel beantragen.

Bereits vor dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens war klar: Wir Münchner wollen den Transrapid nicht! Die beeindruckende Zahl von über 23.000 Einwendungen gegen dieses Projekt, sowie mehrere Umfragen hat nur noch einmal bestätigt: Die Bevölkerung will und braucht dieses Prestigeprojekt nicht! Genau diese Botschaft hat auch die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren gezeigt. Dass dieses dann ja nicht mehr nötig war und vom bayrischen Verfassungsgericht für nicht zulässig erklärt wurde, hat dann zum Glück nichts mehr zur Sache getan, da der Transrapid in München letztlich - wie von mir immer prognostiziert - an der Finanzierung gescheitert ist.

Insgesamt kann ich nach mehr als sieben Jahren Kampf gegen dieses steuergeldverschlingende Prestigeprojekt nur sagen:

Jeder einzelne Tag im Kampf gegen den Transrapid in München hat sich gelohnt!


Weitere Informationen und aktuelle Pressemitteilungen zum Thema:
- Aktuelle Pressemiteilungen zum Thema Transrapid
- Pressemitteilungen zum Transrapid von 1999 bis 2005
- Transrapid-Links
- Mustereinwendungen als Beispiel und Informationshilfe
- Sonstige Materialien

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Dr. Axel Berg
Mitglied des Deutschen Bundestages
Stellv. energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion
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